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Schutz und Entwicklung von Segetalarten im südlichen Sachsen-Anhalt

Ausgangssituation

Kein Ökosystem war und ist so stark von der menschlichen Tätigkeit geprägt wie das unserer Äcker (Ellenberg & Leuschner 2009).

Für die Begleitarten der Kulturpflanzen auf den Ackerflächen gibt es verschiedene Definitionen. Vielfach wird in der Landwirtschaft von Unkraut gesprochen, im Rahmen unseres Projektes haben wir die wissenschaftliche Bezeichnung "Segetalarten" oder auch "Ackerwildkräuter" verwendet. 

Eine Vielzahl der in Mitteleuropa vorkommenden Segetalarten, welche über viele Jahrhunderte "bunte Begleiter" auf Äckern waren, haben sich über die Jahrhunderte an die speziellen Lebensbedingungen auf Ackerflächen angepasst und können ohne regelmäßige Bewirtschaftung nicht langfristig existieren.

Gründe für den Rückgang der Ackerwildkräuter

Die Intensivierung der Landwirtschaft führte in der Vergangenheit zu einer immer stärkeren Verarmung der Segetalflora. Weitere Gründe für den Artenrückgang sind:
* chemische "Unkrautbekämpfung
* verbesserte Bodenbearbeitung, früher Stoppelumbruch und Saatgutreinigung
* höhere Bestandsdichte der Kulturpflanzen
* Nutzungsaufgabe bzw. -intensivierung von ackerbaulichen Grenzertragsstandorten
* Veränderung der Standorte durch Aufkalkung, Düngung oder Melioration
* "unkontrollierter" Einsatz von Herbiziden

Ziele des Projekts

Ziel des Projektes war es, für seltene und akut gefährdete Segetalarten dauerhafte Lösungsstrategien für deren Schutz und Entwicklung aufzuzeigen. Im Rahmen vorhergehender Untersuchungen konnte eine für das Gebiet der "Schmoner Hänge" einzigartige Segetalflora belegt werden. Zum Beispiel ließ sich hier das derzeit einzige rezente Vorkommen von Althaea hirsuta (Rauer Eibisch) nachweisen.

Umsetzung

Innerhalb des FFH-Gebietes 0137 "Schmoner Busch, Spielberger Höhe und Elsloch" wurden aus Sicht des Segetalartenschutzes herausragende Ackerstandorte ausgewählt und praktische Bewirtschaftungskonzeptionen und -maßnahmen entwickelt, welche durch den Flächenbewirtschafter, die "Agrargenossenschaft Weißenschirmbach e.G." umgesetzt wurden.  

Auf insgesamt ca. 10,5 ha (verschieden große Einzelflächen) wurde z.B. auf jegliche "Unkraut"bekämpfung verzichtet. Es wurde versucht, durch eine Verringerung der Bestandsdichte den gewünschten Segetalarten mehr Licht und Raum zur Entwicklung zu verschaffen. Eine bevorzugte Bestellung mit Wintergetreide, regelmäßiges Pflügen und eine Ernte der Bestände so spät wie möglich komplettieren die weitestgehend extensive Bewirtschaftung.

Projektzeitraum

Phase 1: 01.08.2009 - 30.11.2009
Phase 2: 01.05.2010 - 30.04.2013

Finanzierung

Finanziert wurde dieses Projekt über die "Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Naturschutz- und Landschaftspflegepojekten in Sachsen-Anhalt (ELER)".

ProjektbeteiligteAlthaea hirsuta (Rauer Eibisch)Althaea hirsuta (Rauer Eibisch)

* Agrargenossenschaft Weißenschirmbach e.G. (Bewirtschafter)
* Dr. Stefan Meyer (Georg-August-Universität Göttingen)
* Dr. Heino John (Botaniker)
* Untere Naturschutzbehörde des Saalekreises
* Landschaftspflegeverband Merseburg-Querfurt e.V. (Projektleitung)